Rezension – Like water in your hands

Verzeih die Naivität meines Herzens.
Es hört ungern auf die Stimme der Vernunft.

Im Dezember durfte ich Like water in your hands in der Leserunde von Tyrolia und @sandrasbooks lesen. Vielen Dank an die Tyrolia Buchhandlung für das Rezensionsexemplar und an Sandra für die Organisation! Der Auftakt zur „Like This“ Reihe ist am 24. November 2021 im LYX Verlag erschienen und hat bereits viele Leserherzen erobert.

Inhaltsangabe

Die 19-jährige Arwa ist gerade erst für ihr Studium nach Wien gezogen. Aber statt Freundschaften zu knüpfen, verliert sie sich in ihrer Kunst und meidet den Kontakt zu anderen, wo sie nur kann. Das ändert sich, als sie auf Tariq trifft, der vom ersten Augenblick an nie gekannte Gefühle in ihr weckt.

Doch Tariq, dem es zunehmend schwerer fällt, die Traditionen seiner Familie mit dem Wunsch nach Freiheit zu vereinbaren, kämpft gegen seine eigenen Dämonen und je näher sich Arwa und Tariq kommen, desto klarer wird, dass ihre Liebe nur eine Chance hat, wenn sie sich ein für alle Mal ihrer Vergangenheit und ihrer Zukunft stellen …

Meine Gedanken

Zuallererst möchte ich erwähnen, wie schön und originell dieses Buchcover gestalten worden ist. Die gesamte Aufmachung ist hochwertig und macht dieses Buch zu einem Hingucker: Die zarte Goldprägung auf dem Cover, Illustrationen von den Protagonisten Arwa und Tariq auf den Innenseiten und ein kleiner Bogen mit Stickern, der sich zwischen den Seiten versteckt.

Like water in your hands unterscheidet sich in mehreren Punkten gewaltig von andern YA/NA Büchern. Ich wurde bei dieser Leserunde positiv vom Debüt der jungen Autorin überrascht.

Die Geschichte umfasst mehrere schwierige Themen, die selten alle zusammen in einer Story bearbeitet werden. Unter anderem geht es um Angststörungen, Depressionen (hierfür gibt es auch eine Triggerwarnung) , Zukunftsängste, Identitätsfindung, Herkunft, und und und …

Obwohl der Schreibstil angenehm leicht und flüssig war, zeichnet sich dieses Buch durch die poetische und tiefgründige Sprache aus. Die Autorin hat einen sehr bildlichen, detaillierten und auch authentischen Schreibstil, wodurch man sich die Protagonisten und das Setting sehr gut vorstellen kann. Wien wurde so vielseitig und bunt beschrieben, dass man sofort Fernweh bekommt und am liebsten in den nächsten Zug steigen würde um sich auf den Weg zur Hauptstadt zu machen.

Die Geschichte teilt sich in zwei Teile. Im ersten Band lesen wir alles aus Arwas Sicht. Hier wird die Handlung aufgebaut und die Charakterentwicklung steht im Vordergrund. Während Arwa anfangs noch sehr zurückgezogen ist, kommt sie mit der Zeit langsam aus sich raus. Im zweiten Teil kommen Kapitel aus Tariqs Sicht dazu. Wir erleben sein Gefühlschaos, seinen inneren Kampf und erfahren mit welchen Dämonen er zu kämpfen hat.

Der Spannungsbogen hat seinen Höhepunkt im mittleren Teil erreicht. Die Handlung hat im letzten Drittel leider den Schwung verloren, sodass es dann etwas schleppend voran ging. Nichtsdestotrotz habe ich mich in der Welt von Arwa und Tariq wohlgefühlt, viel über die pakistanischen Traditionen und die Kultur gelernt, die Poesie aufgesaugt und Neues über die verschiedenen Facetten mentaler Krankheiten gelernt.

Obwohl es wegen der Handlung ein Sternchen Abzug gibt, habe ich dieses Buch genossen und kann Like water in your hands trotzdem sehr empfehlen.

Zitate

„Tariq, solche Sachen zu sagen ist wirklich nur in Filmen und Büchern romantisch. Wenn Menschen Katastrophen sind, dann können sie sich nicht voneinander abhängig machen und darauf hoffen, dadurch besser zu werden“


Die Studenten um mich herum sitzen unbeeindruckt da, niemand regt sich. Dann fällt mein Blick auf meine Hände, die einen Kugelschreiber viel zu fest umklammert halten. An ihrem Zittern bemerke ich: Das sind nicht die Wände, die kurz vor dem Zusammenfallen sind. Das bin nur wieder ich.


Ich schlucke schwer. Müde, müde, müde. Alles, was ich mache, ist tagein, tagaus nur über bessere Zeiten zu sinnieren, und doch bin ich unfassbar müde.


Ich habe einfach so große Angst vor der Zukunft. Und ich habe auch Angst davor, dass diese Angst immer bleiben wird, egal was ich mache.

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