Rezension – 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

Was zählt am Ende wirklich?

Bronnie Ware stammt aus Australien und ist Autorin, Songwriterin und Sängerin. Nach einigen Jahren als Bankangestellte zog es sie in die weite Welt, sie lebte in England und auf einer Südseeinsel. Anschließend arbeitete sie acht Jahre als Palliativkrankenschwester und schrieb darüber in ihrem Blog »Inspiration and Chai«, der zur Grundlage ihres Bestsellers »5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen« wurde. Heute lebt Bronnie Ware wieder in Australien.

Inhaltsangabe

5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen: Einsichten, die Ihr Leben  verändern werden: Amazon.de: Ware, Bronnie, Kuhn, Wibke: Bücher

Was zählt am Ende des Lebens wirklich? Wenn man mit dem Tod konfrontiert ist, geht es nicht mehr um Geld. Um Macht. Um Ruhm. Sondern um ganz fundamentale Fragen: Hat man ausreichend Zeit mit der Familie und den Freunden verbracht? Bereut man es, Dinge getan oder, noch wichtiger, nicht getan zu haben? War man glücklich? Die Australierin Bronnie Ware hat mehrere Jahre lang Sterbende bis zu ihrem letzten Atemzug begleitet und ihnen genau zugehört. Was diese Menschen vor ihrem Tod beschäftigte, davon handelt ihr Buch. Ware selbst hat aufgrund dieser Erfahrung beschlossen, nur noch das zu tun, was sie wirklich will. Denn, so sagt sie, „ich weiß ja, was ich sonst bereue.“

5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

  1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“
  2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“
  3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken“
  4. „Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten“
  5. „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“

Meine Gedanken

Ich muss zugeben, dass ich zwiegespalten bin. Einerseits war 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen eine angenehme Lektüre für Zwischendurch. Andererseits ist dieses Buch nur ansatzweise das, was man erwartet. Oder was ich erwartet habe. Ja, man lernt was für diese Menschen am Sterbebett gezählt hat – die Geschichte jeder einzelnen Person ist mir ans Herz gegangen. Jedoch sind diese „Erkenntnisse“ jeweils höchstens drei bis fünf Seiten lang das Thema gewesen. Das bedeutet, dass es etwa 15 bis 25 Seiten lang in diesem Buch um das geht, was uns der Titel verspricht. Auf den restlichen 300 Seiten erzählt uns die Autorin Bronnie Ware von ihrem Leben und ihren Erfahrungen. Für mich hat das Buch leider absolut das Thema verfehlt und ist mit dem Titel extrem irreführend.

Nichtsdestotrotz habe ich beim Lesen viele Stellen markiert, die mich zum Nachdenken angeregt haben und mir auch länger nicht aus dem Kopf gegangen sind. Alles in allem war der „Ratgeber“ flüssig geschrieben und angenehm zu lesen, jedoch nichts Neues oder Weltbewegendes.

Meine Lieblingsstellen

Seit ich mich erinnern kann, macht meine Familie Witze über mich. Ich war die Schwimmerin in einer Familie von Reitern, Vegetarierin auf einer Schaffarm, Nomadin in einer Familie von Siedlern. Oft sagte jemand etwas aus Spaß, ohne zu merken, dass er mir damit wehtat. Aber wenn man sich einen Witz jahrzehntelang anhören muss, ist er irgendwann nicht mehr witzig. Viel zu oft hingegen fielen absichtlich kränkende Worte.
(…)
Und die einfachste Art, damit klarzukommen, bestand darin, das Leben zu führen, das man von mir erwartete. Doch irgendwann begann ich mich zurückzuziehen und abzukapseln. Das war meine Überlebenstaktik.

Wir alle leiden irgendwann einmal. Wir alle haben unseren Schmerz.

Das schwarze Schaf der Familie zu sein ist niemals eine einfache Aufgabe.

Bronnie Ware
Bronnie Ware

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