Rezension – Der Kameramörder

Vorweg muss ich zugeben, dass ich kein Krimifan bin. Ich habe es mehrmals probiert, habe aber leider feststellen müssen, dass es einfach nicht mein Genre ist. Der einzige Krimi/Thriller der mich die ganze Nacht wach gehalten hat, war Totenfrau von Bernhard Aichner. Trotzdem habe ich hoffnungsvoll diesem Kriminalroman von Thomas Glavinic eine Chance gegeben.

Thomas Glavinic

… wurde 1972 in Graz geboren. 1998 erschien sein Debüt Carl Haffners Liebe zum Unentschieden. Seine Romane Der Kameramörder und Wie man leben soll wurden fürs Kino verfilmt. Thomas Glavinic erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, zuletzt den Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. Seine Romane sind in 18 Sprachen übersetzt. Er lebt in Wien und in Rom.

Der Inhalt

Zwei befreundete Paare verbringen das Osterwochenende gemeinsam in der Steiermark. In dieser Zeit kommt es ganz in der Nähe zu einem grausamen Verbrechen. Ein Unbekannter hat drei Kinder entführt und sie durch Erpressungen und Drohungen dazu gebracht, dass sie auf Bäume klettern und Selbstmord begehen, indem sie sich in die Tiefe stürzen. Das ganze Geschehen hat der Mörder mit seiner Kamera mitgefilmt.

Die zwei Paare verfolgen die Nachrichten, in denen immer mehr Informationen zu dem Verbrechen veröffentlicht werden. Sogar das Video soll im Fernsehen gezeigt werden, um die Öffentlichkeit auf die unfassbare Tat aufmerksam zu machen.

Das Wochenende wird daher zu einer Achterbahnfahrt. Einerseits verfolgen die Paare gespannt und schockiert die Nachrichten und diskutieren heftig über das Geschehen und das Vorgehen der Medien, andererseits spielen sie gelassen Tischtennis und Badminton, genießen das Essen und das schöne Wetter.

Trotzdem wird die Situation immer angespannter, denn der Mörder soll sich ganz in der Nähe befinden…

Meine Gedanken

Nachdem ich bisher nur Gutes über die Werke von Glavinic gelesen habe, musste ich zu diesem Roman greifen. Jedoch musste ich schnell feststellen, das die ganze Erzählung wie ein trockenes Protokoll verfasst ist. Es gibt keine Kapitel und keine Absätze. Teilweise werden sogar Abkürzungen verwendet, wie ich es sonst in keinem Roman gesehen habe.

Emotionslos und kühl, aber dafür extrem detailliert wird über das Osterwochenende in der Steiermark berichtet. Genau so detailliert berichten die Medien über den Mord an den Kindern. Man merkt, dass der Autor uns einen Spiegel vor das Gesicht halten will, indem er uns die Reaktionen der Anwesenden und der Medien beschreibt.

Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich den Krimi weiterempfehlen kann oder nicht. Einerseits war ich bin zum Ende gespannt und irgendwie auch gefesselt, jedoch war der Schreibstil für mich sehr mühsam und anstrengend.

Vielleicht gebe ich einem anderen Werk von Thomas Glavinic nochmal eine Chance, aber mit „Der Kameramörder“ konnte er mich leider nicht überzeugen. (Achtung Spoiler!) Am meisten geärgert hat mich die Tatsache, dass ich den ersten Satz mehr oder weniger überlesen habe – denn hier wird bereits klar wer der Mörder ist …

Ich wurde gebeten, alles aufzuschreiben.

Aus Der Kameramörder

Hier kommst du zum Reading Journal 2020

Filmtrailer Der Kameramörder (2010)

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